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Yoga digital

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Yoga digital
© Irina L. / pixabay
© Cornelia Zapf

Im Leben ist es ganz entscheidend, beweglich zu bleiben. Das erfahren viele von uns derzeit deutlich. Schließlich hatten die wenigsten vor den nun geltenden Kontaktbeschränkungen jemals an einer Videokonferenz teilgenommen. Innerhalb weniger Wochen wurde das digitale Gespräch aber zum Standard, um beruflich und privat mit Anderen im Austausch zu bleiben. Es erfordert schon ein gewisses Maß an Flexibilität, sich auf diese neue Normalität einzulassen.

Cornelia Zapf aus Bad Homburg wagt diesen Schritt hin zu digitalen Lösungen. Die 75-jährige ist Yoga-Lehrerin und bietet ihre Kurse in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) an. Seit der Absage sämtlicher Präsenzveranstaltungen laufen bei ihr alle Lektionen via Skype oder Whatsapp Video-Call. Erstaunlich, dass jemand in diesem Alter so offen für moderne Technik ist? Wenn man Cornelia Zapf erlebt, spürt man, dass „Über-den-Tellerrand-schauen“, wohlwollende Aufmerksamkeit und eben auch geistige wie körperliche Mobilität genau ihr Ding sind.

Seit mehr als dreißig Jahren gibt sie ihr Wissen mit großem Engagement weiter und legt dabei Wert auf einen individuellen Ansatz. Die Teilnehmer in ihrer Einzigartigkeit und mit den jeweiligen eigenen Besonderheiten und Fähigkeiten wahrzunehmen, ist für die Yoga-Expertin dabei grundlegend. Den Schlüssel zum Erfolg sieht sie darin, im Laufe der Übungen auf sich selbst zu hören und zu beachten: was ist für mich ein gutes Gefühl?

Sie selbst hat die Faszination von Yoga vor mehr als vierzig Jahren in New York entdeckt. „Bereits nach der zweiten Stunde war ich wie beflügelt. Noch nie hatte ich mich so gut gefühlt!“, strahlt Cornelia Zapf. Von den USA führte ihr Lebensweg über Luxemburg zurück nach Deutschland – und überall entdeckte sie jeweils neue Aspekte von Yoga. Besonders erinnert sie sich an einen Kurs in Frankfurt, in dem die Teilnehmer nur mit ihren Schulterblättern und Becken auf harten Holzrollen lagen. „Das waren Höllenqualen“, lacht sie heute. „Aber mit der Zeit habe ich es gelernt. Das ist überhaupt eine der größten Erkenntnisse: je größer die eigene innere Anspannung ist, es nicht zu schaffen, desto größer ist der Schmerz.“ Wenn man jedoch die eigene Grenze wahr- und annimmt - sozusagen als Arbeitsgrundlage - kann damit eine Entwicklung beginnen, führt die gelenkige Dame weiter aus. Überhaupt geht es aber nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen und immer „höher, schneller, weiter“ als Maxime zu haben. Vielmehr kann manchmal auch ein Schritt seitwärts oder zurück eine neue und intensive persönliche Erfahrung sein.

Dass intensives Yoga den Körper und auch den Geist beweglich hält, dafür ist die Bad Homburgerin ein lebendiger Beweis. Gespräche über Skype ist sie mit ihrer Familie schon gewohnt, daher ist der Schritt, ihr Können jetzt auch online weiterzugeben, nicht wirklich ungewöhnlich für sie.

Manchmal fehlt ihr jedoch der Smalltalk, der sich sonst wie selbstverständlich ergibt, wenn man gemeinsam im Kursraum ankommt, fügt sie dann doch etwas bedauernd hinzu. „Aber wie gut, dass wir jetzt erst einmal auf anderen Wegen miteinander in Kontakt bleiben können!“

Weitere Impulse zum Thema Bewegung entdecken Sie in der aktuellen Themenwoche der KEB. Einfach hier klicken: https://keb.bistumlimburg.de/beitrag/bewegung-2/