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Wasser ist nicht gleich Wasser

Wasser ist nicht gleich Wasser
Wasser ist nicht gleich Wasser
Wasserexpertin Katja Brillante © Annette Krumpholz, KEB
Frauenfrühstück Hofheim, KEB, Katholische Erwachsenen Bildung im Bistum Limburg, Literaturwelten Montabaur

Für uns kommt es ganz selbstverständlich, klar und sprudelnd aus dem Hahn: Wasser. Wie dankbar wir dafür sein können – schließlich ist dieser Luxus längst nicht in allen Teilen der Erde verfügbar – verdeutlichte ein Vortrag von Katja Brillante im Rahmen des MOKKA-Frauenfrühstücks im Hofheimer Familienzentrum in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung Main-Taunus (KEB). Dennoch gibt es beim Wasser große Unterschiede.

Zwar ist unser Erdball zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt, aber nur ein Bruchteil davon ist Trinkwasser. Weil dies größtenteils in Eis und Gletschern gebunden ist, bleiben für uns lediglich 0,8 Prozent verfügbar. Diese Zahlen führten den zahlreichen Interessierten im vollbesetzten Pfälzer Hof vor Augen, wie sorgsam wir mit den begrenzten Ressourcen der Natur umgehen sollten.

Für unseren Organismus ist das kostbare Nass lebensnotwendig. Unser Körper besteht zu deutlich mehr als zwei Dritteln daraus, und wenn wir zu wenig Flüssigkeit zu uns nehmen, merken wir die Folgen deutlich. Kopfschmerzen sind ein sicheres Anzeichen dafür, dass die Organe und der Blutkreislauf nicht richtig arbeiten und Nährstoffe nicht transportiert werden können. Unsere Nieren reinigen täglich so viel Blut, wie in etwa 30 Badewannen passt. Wichtig ist es also, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. „Das ist wie bei der Müllabfuhr. Wenn die ein paar Mal nicht kommt, ist das nicht schlimm. Aber wenn sie auf Dauer nicht kommt, wachsen die Müllberge – und der Körper legt sozusagen Abfalldepots an.“, sagt Katja Brillante.

Weiter betont sie, dass unser Wasser das in Deutschland bestgeprüfte Lebensmittel überhaupt ist. Die Wasserwerke testen auf 55 Stoffe, und eine Analyse kann man jederzeit beim örtlich zuständigen Betrieb anfordern. Aber auch die modernsten Kläranlagen können etliche Stoffe, die unser modernes Leben mit sich bringt, nicht komplett aus dem Wasser entfernen. Beispielsweise sei das, was bei uns in die Leitungen kommt, auch mit Pestiziden, Fungiziden, Mikroplastik und Hormonen belastet. Allein durch unsere Ernährung nehmen wir so die Plastikmenge einer Bankkarte zu uns – und zwar jede Woche.

Dennoch könne man das Trinkwasser aus dem Hahn häufig dem bereits abgefüllten Mineralwasser in Flaschen vorziehen. Letzteres werde nämlich nur auf insgesamt 35 Inhaltsstoffe getestet, so Brillante. Auf jeden Fall solle man darauf achten, Wasser nur in Glasflaschen zu kaufen. Dies hat einerseits Vorteile für die Umwelt, andererseits auch für den Körper, weil Plastikflaschen Hormone an den Körper abgeben können.

Wenn es nicht ausdrücklich von den Behörden empfohlen werde, solle man Wasser vor dem Trinken keinesfalls abkochen, empfiehlt die Expertin. Denn dadurch verflüchtigt sich im Dampf ein hoher Anteil des Wassers und im Rest bleiben die Schadstoffe noch konzentrierter zurück als zuvor.

Die Wasser-Expertin rät, das, was Zuhause aus dem Hahn kommt, einfach einmal kostenlos und unverbindlich untersuchen zu lassen und über eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung nachzudenken.