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Virtueller Advents-Salon

Virtueller Advents-Salon
Virtueller Advents-Salon
© Annette Krumpholz

Miteinander im Advent

Auch in diesem Jahr ist der Advent zauberhaft und geheimnisvoll. Dass man einander trotz der besonderen Umstände auf vielfältige Weise berührend begegnen kann, zeigte der virtuelle Advents-Salon der Katholischen Erwachsenenbildung Hessen (KEB) e.V., bei dem der Abschluss von sechs Jahren interreligiöser Projekte in den Programmen Hessencampus und Hessischer Weiterbildungspakt 2017-2020 gefeiert wurde.

Die geladenen Gäste konnten den Abend via Zoom buchstäblich mit allen Sinnen erleben. Alle Teilnehmenden hatten zuvor ein Päckchen mit duftendem Tee, Tannenzweigen und veganen Printen erhalten. Auch an Kerzenschein hatten die Organisatoren rund um den Gastgeber Dr. Frank van der Velden, Studienleiter bei der KEB Hessen, gedacht.

Weil wir Menschen nun einmal soziale Wesen sind und das gemeinsame Essen eine wichtige, friedensstiftende Bedeutung hat, war durch das Knuspern der verschickten Köstlichkeiten direkt ein warmes Gefühl des Miteinanders gegeben. Dass ein waschechter Printenbäcker aus Aachen dann auch noch einen umfassenden Blick in seine Backstube gewährte und das eine oder andere Geheimnis seiner Kunst verriet, war überraschend und sehr unterhaltsam.

Bedeutung interreligiöser Projekte

Nurgül Altuntas, Regierungsdirektorin im hessischen Kultusministerium, betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der in den vergangenen Jahren durch die KEB Hessen in Kooperation mit der Professur Religionspädagogik mit Schwerpunkt Islam durchgeführten Projekte. Wichtig sei, das interreligiöse Lernen als Bestandteil des Erziehungs- und Bildungsauftrages zu festigen und damit die Persönlichkeiten der Schüler*innen zu stärken. Dem Trend, dieses interreligiöse Lernen auf folkloristische und vorurteilsbelastende Aspekte zu reduzieren, konnten die gemeinsam umgesetzten Projekte der Kooperationspartner entgegenwirken, so Altuntas.

Religion als Ressource

Prof. Dr. Wolfram Weiße von der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg betonte den Aspekt des „Miteinanders im Dialog“. „Religiöse Vielfalt kann als Ausdruck der Toleranz einer Gesellschaft angesehen werden. Allein die Tatsache, dass ‚Religious Diversity‘ in einem Staat erlaubt, anerkannt und allen Menschen ohne Unterschied zugebilligt wird, wie bei uns im Grundgesetz, Artikel 4 – das ist schon ein hohes Gut.“ Damit daraus eine Ressource für unser Zusammenleben werde, müsse darüber hinaus gefragt werden, wie sich Menschen unterschiedlicher Religionen zu einander stellen, sich in der Gesellschaft verorten und verhalten. Wichtig sei dabei wechselseitiges Kennenlernen und auch Respekt. Religion bestehe nicht um ihrer selbst willen, sondern als Ressource für das Zusammenleben von Menschen, für eine Ethik der Menschlichkeit.

Prof. Dr. Harry H. Behr, Lehrender an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität im Fachbereich Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Islam, forderte einen intensiven Blick auf das Themenfeld „Religious Literacy“, im Sinne einer religionsbezogenen Grundbildung in allen Berufen, die in sozialen oder kommunikativen Kontexten stehen. In allen kontaktintensiven Tätigkeiten, wie etwa bei der Polizei oder bei Behörden, sei es in einer Migrationsgesellschaft zwingend erforderlich, eine Art religionsbezogene Grundbildung zu erreichen. Nur so könne ein echtes Miteinander gestaltet werden.

Der Vorsitzende der KEB Hessen, Johannes Oberbandscheid dankte dem Studienleiter Dr. Frank van der Velden für seine erfolgreiche Projektarbeit: „Sein Engagement, sein Mut, seine Ausbildungen als Pädagoge und Theologe und nicht zuletzt seine Fähigkeit, in etlichen Sprachen zu kommunizieren, machen ihn zu einem echten Glücksgriff für die KEB!“

Die Kunst des Hakawati

Auf die Ohren gab es Musik von klassisch über Rap bis Jazz und für die Herzen die anrührende Erzählung eines „Hakawati“, eines traditionellen syrischen Geschichtenerzählers. Seine bewegenden Worte über das Leben dreier Freundinnen in Damaskus, Krieg und Flucht fesselten die Zuhörenden. Mit einem interreligiösen Höhepunkt der Erzählung schaffte der seit sieben Jahren in Berlin lebende Schauspieler und Theaterregisseur Bassam Dawood eine poetische Punktlandung und einen berührenden Abschluss des virtuellen Adventssalons. Seine Worte „Meine Geschichte habe ich euch erzählt, in euren Herzen habe ich sie versteckt“, klingen in diesem Advent noch lange nach.

Zur Katholischen Erwachsenenbildung in Hessen
(KEB Hessen - Landesarbeitsgemeinschaft e. V.) gehören:

Zur Webseite der KEB Hessen - Landesarbeitsgemeinschaft e. V. gelangen Sie hier. Dort sind auch umfassende Informationen zu den im Text erwähnten einzelnen Projekten hinterlegt.

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