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Und sie bewegt sich doch!?

Die Kirche und die Frauen
Und sie bewegt sich doch!?
Und sie bewegt sich doch!?
© Eugen Wehner

„Und sie bewegt sich doch!?“ Ob das beim Thema „Die Kirche und die Frauen“ eine belastbare Aussage ist oder doch nur eine Frage, das hat rund 200 Frauen und Männer am 30.09.2019 in die Stadthalle in Oberursel gelockt, so dass auch noch auf Notstühlen und dem Fußboden Platz gesucht wurde. Alle Beschwernisse waren vergessen bei dem Gespräch des hochkarätig besetzten Podiums mit Maria Jepsen, Bischöfin i. R., Christiane Florin, Politikwissenschaftlerin und Journalistin und Johanna Rahner, Theologieprofessorin in Tübingen.

Moderiert wurde die Veranstaltung gekonnt von Britta Baas, Journalistin bei Publik Forum.

„Das Auge betet ja auch mit“ eröffnete die Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer ihre erste kabarettistische Einlage, mit der sie die Veranstaltung umrahmte. Als Erna Schabiewsky, die im roten Kostüm und Handtasche das Gemeindehaus erobert, brachte sie einiges aus dem Erfahrungsraum der Zuschauer auf´s Tablett. Die kfd-Reise ins Sauerland zum dem schönen Kaplan, die Bedienung der Spülmaschine im Gemeindehaus über die Kirchenschließungen, Gemeindefusionen, Glaubenszweifel und Ärger über die Männerwelt war alles dabei und wurde mit Lachen und Applaus bedacht.

Die Erfahrungen der weltweit ersten Bischöfin der evangelisch-lutherischen Kirche  Maria Jepsen machten deutlich – nicht nur katholische Frauen haben Probleme, in ihrer Kirche in Ämter und Würden zu kommen. „Es war schwer und auch leicht, denn ich war ja schon die erste Pastorin der nordelbischen Landeskirche“.

Gleichberechtigung sei ein klar definierter Begriff und in der katholischen Kirche könne man da nicht einfach sagen, wir verstehen das anders, war Teil des engagierten Beitrags von Christiane Florin. In der katholischen Kirche gibt es derzeit keine Gleichberechtigung für Frauen.

Wie die katholische Kirche sich im 19. Jahrhundert in Auseinandersetzung mit der Aufklärung und vielen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen immer weiter von bestehenden gesellschaftlichen Realitäten entfernte und ihre Lehre als das Maß aller Dinge setzte, legte Professorin Johanna Rahner in deutlichen Worten dar. So sei das auch mit „letzte Wort“ von Papst Johannes Paul II., dass die Kirche keine Vollmacht habe, Frauen zu Weiheämtern zuzulassen.

Einig war man sich, dass der Verweis auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Weltkirche, die die Weihe von Frauen zu Diakoninnen und Priesterinnen nicht zuließen, keines ist. Eine Chance bestünde in der Dezentralisierung der katholischen Kirche, in der z. B. die Europäischen Kirchen voran schritten.

Insgesamt gab es viel Stoff zum Nachdenken und Ermutigung, auch mal ganz anders zu denken!

© Eugen Wehner
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