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Krise als Chance?

Krise als Chance?
Krise als Chance?
© Deutscher Bundestag_Inga Haar

Menschenwürde ist Maßstab


Sie ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), ehemalige Bundesumweltministerin und hat seit mehr als 25 Jahren ein Bundestagsmandat: Dr. Barbara Hendricks aus dem niederrheinischen Kleve. Die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Limburg (KEB) tauschte sich mit der Politikerin über den Umgang mit Krisen aus.

KEB: Frau Dr. Hendricks, in Deutschland leben wir seit 75 Jahren im Frieden. Freundschaft und Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn haben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unser Leben in Harmonie möglich gemacht. Ist diese Aussöhnung durch die jüngsten Entwicklungen – auch hinsichtlich des wirtschaftlichen Abschwungs in Zusammenhang mit dem Coronavirus – in Gefahr?

Hendricks: Wir müssen jedenfalls sehr achtsam sein, denn jenseits von nachprüfbaren Tatsachen gibt es auch Befindlichkeiten, die verletzt sein könnten. Leider haben wir anfangs Fehler gemacht, z.B. gegenüber Italien, als wir einen Exportstopp von Schutzmitteln verfügt haben. Da bleibt das Signal der Hartherzigkeit, dem wir nur schwer begegnen können durch die positiven Entscheidungen in der Folgezeit. Klar ist, dass Deutschland als wirtschaftlich stärkstes Land in Europa eine besondere Verantwortung für den europäischen Zusammenhalt trägt, und das ist auch zunächst nicht umsonst zu haben. Mittelfristig ist aber auch dies im eigenen Interesse - Deutschland kann es nur gutgehen, wenn es auch unseren europäischen Nachbarn gut geht.

KEB: Wie kann Kirche zum Zusammenhalt beitragen und sich aktiv und modern für den Frieden einsetzen?

Hendricks: Das ist genau die Aufgabe der Kirche in Mitteleuropa: Kirche kann nur glaubwürdig sein, wenn sie die Bewahrung der Schöpfung und die Würde eines jeden Menschen zum Maßstab ihres Handeln in der Welt macht.

KEB: Es gibt Stimmen, die sagen, dass Frauen als Regierungschefinnen klügeres Krisenmanagement betreiben als ihre männlichen Kollegen, weil sie weniger von Populismus und Ignoranz getrieben sind. Müssen Frauen auch die Kirche aus der Krise führen?

Hendricks: Die Kirche ist ja - nicht allein, aber auch - durch männliches Verhalten in die Krise geraten und sie kann und wird nur aus der Krise herausfinden, wenn Frauen in der Kirche ihr gesamtes Potential entfalten können. Männer allein werden das nicht schaffen.

Lichtblicke

Die aktuelle Themenwoche der KEB beschäftigt sich mit Aspekten von Chancen in Krisenzeiten. Entdecken Sie, wie Einfallsreichtum und Mut zum Erfolg führen und lassen Sie sich inspirieren von Video-Impulsen zum Thema „Lichtblicke“: https://keb.bistumlimburg.de/beitrag/lichtblicke-1/

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