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Ich darf ja sagen - ich darf nein sagen

Ich darf ja sagen - ich darf nein sagen
Ich darf ja sagen - ich darf nein sagen
Silke Arnold und Anne Badmann

Sie sehnen sich nach körperlicher Nähe wie jeder andere auch: erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Auch für sie gilt das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Das bedeutet beispielsweise, jeder kann selbst wählen, mit welchem anderen Erwachsenen man die eigenen körperlichen Bedürfnisse auslebt. Welche Regeln dabei gelten, das ist für geistig Behinderte nicht immer leicht zu erkennen.

Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und die Koordinationsstelle zur Prävention vor sexualisierter Gewalt im Bistum Limburg stellen jetzt eine Broschüre zum Thema vor. „Ich darf ja sagen – ich darf nein sagen“, heißt das Heft in Leichter Sprache. Durch Leichte Sprachekönnen Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen oder eingeschränktem Sprachverständnis komplizierte Sachverhalte verstehen. Die Sätze sind kurz und prägnant formuliert und Fremdwörter werden gar nicht erst verwendet. Zusätzlich illustrieren hier auch einfache Grafiken den Inhalt des Textes.

© Nadja Quirein

Eigentlich wollten die Autorinnen für die Veröffentlichung zunächst Informationen zum Thema Prävention sexueller Gewalt zusammentragen. „Menschen mit Behinderung sind besonders gefährdet, in diesem Zusammenhang Opfer zu werden.“, sagt Anne Badmann. Sie ist Referentin für Bildungsangebote in Leichter Sprache bei der KEB und sie ergänzt: „Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Liebe und Sexualität. Dieser Aspekt gewann schnell an Bedeutung, als wir anfingen, das Thema gedanklich zu vertiefen. Beides ist wichtig. Beides ist möglich.“ Es geht eben um zwei Seiten einer Medaille. Dass die jeweils Beteiligten Körperlichkeit wollen und beide es schön finden, ist eine zentrale Aussage des Broschüren-Teils zum Thema „Ich darf ja sagen“.

Wendet man das Info-Heft, bekommt man Hilfe bei sexueller Gewalt. „Ich darf nein sagen“, heißt es hier. Vielfältige Aspekte möglicher Übergriffe werden beleuchtet, von den unterschiedlichen Arten sexueller Gewalt bis hin zu möglichen Tätern oder Täterinnen.  Auch, wie es nach eventuellen Übergriffen weitergeht, ist wichtig. So werden Kontakte und Anlaufstellen genannt, bei denen Betroffene Hilfe erhalten. Silke Arnold von der Koordinationsstelle zur Prävention vor sexualisierter Gewalt ist sicher: „Die Broschüre ist interessant für Einrichtungen, Institutionen und Multiplikatoren, die mit Menschen mit geistiger Behinderung leben und arbeiten.“

Dass der angesprochene Personenkreis auch wirklich versteht, was im Heft steht, haben Betroffene selbst bestätigt. Die Prüflesegruppe der Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen hat Text und Bilder auf Verständlichkeit geprüft. Jetzt sind die Teilnehmenden dort stolz darauf, bei diesem Projekt als Experten und Expertinnen mitgewirkt zu haben.

Die Broschüre ist kostenlos. Bestellungen bitte per E-Mail an: a.badmann@bistumbistumlimburglimburg.de.

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