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Digitaler Rückenwind oder digitale Ernüchterung?

Online-Gespräch zu Chancen und Hürden der Digitalisierung
Digitaler Rückenwind oder digitale Ernüchterung?
Digitaler Rückenwind oder digitale Ernüchterung?

Lebenslanges Lernen im Wandel

Nach der Schule ist das Lernen noch lange nicht vorbei. Knapp 30 Millionen Menschen in Deutschland besuchen jährlich mindestens eine Fortbildung, unterrichtet werden sie von etwa 530.000 Lehrenden. Dabei prescht die Digitalisierung mit Riesenschritten auch in der Erwachsenenbildung voran, insbesondere während der pandemiebedingten Schließungen von Bildungseinrichtungen.

„Die (Bildungs-)Unternehmen, die ohnehin schon digital gut aufgestellt sind, haben profitiert“, so Dr. Lutz Goertz  vom mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH im Gespräch mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB). Im Rahmen des Digitaltags 2021 stellte Claudia Lombardo-Kullmann (Referentin Digitale Medien, KEB) die Frage, wer Gewinner und wer Verlierer eben jener Digitalisierungswelle sind, die seit März 2020 auch über Deutschland rollt.

© Annette Krumpholz / KEBJan Koschorreck und Dr. Lutz Goertz

Digital wird es bleiben

Weil das sogenannte E-Learning (elektronisch unterstütztes Lernen) eine Branche ist, in der ohnehin schon viel dezentral gearbeitet wird und Mitarbeitende aus dem Homeoffice agieren, habe der Schock der Schließungen im vergangenen Jahr nicht besonders hart getroffen. Insbesondere Start-Ups in dieser Branche konnten sich etablieren und gestärkt aus dieser Umbruchphase gehen, so Dr. Goertz weiter.

Aspekte der Lehrenden im Rahmen der Bildungs-Digitalisierung beleuchtete Jan Koschorreck (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung). Beispielsweise bekomme die Teamarbeit eine völlig neue Bedeutung, denn viele professionell durchgeführte Lehr-Veranstaltungen ließen sich nur gemeinsam mit anderen auf die Beine stellen. Auch Diversität und Heterogenität werden seiner Einschätzung nach künftig mehr Betonung finden, da die Kunden von digitalen Angeboten eine geringere Bindung an den Anbieter empfinden. Lerninhalte rücken damit immer stärker in den Fokus und auch eine Vielfalt der Teilnehmenden nimmt zu. Die Kompetenzanforderungen an die Lehrenden hinsichtlich der Didaktik und eigener digitaler Fähigkeiten sind weiter im Fluss. Derzeit neigen die Lehrenden dazu, sich das notwendige Wissen „selbst drauf zu schaffen“, so Koschorreck, womöglich, weil sie generell sehr interessiert sind an Fortbildung.

© Annette Krumpholz / KEBClaudia Lombardo-Kullmann und Dr. Lutz Goertz

Blended Learning und Künstliche Intelligenz

Eine Umkehr zu „alten Zeiten“ und Bildungsangebote, die ausschließlich auf persönliche Begegnungen in Präsenzveranstaltungen setzen, sehen beide Experten im Online-Gespräch nicht. Sie prognostizieren vielmehr einen Zuwachs an Blended-Learning-Kursen. Diese stellen eine Kombination von „echten“ und digitalen Treffen dar. Beispielsweise sei denkbar, sich nur zu Beginn und zum Abschluss eines Seminars gemeinsam vor Ort zu treffen und alle weiteren Lehr-Einheiten online zu gestalten.

Auch KI (Künstliche Intelligenz) wird künftig eine wichtige Rolle in der Bildungsbranche spielen. Individuelles Lernen rückt in den Mittelpunkt, indem Plattformen mit einem Algorithmus erkennen, welche Interessen die Lernenden haben. So werden künftig - ähnlich wie bei Online-Versandhäusern – wohl Vorschläge gemacht: „Kunden, die diesen Kurs gebucht haben, interessierten sich auch für…“

Digitaltag 2021

Die Veranstaltung war eingebettet in den bundesweiten Digitaltag 2021. Ziel des Digitaltags ist die Förderung der digitalen Teilhabe. Trägerin ist die Initiative „Digital für alle“. Dahinter steht ein breites Bündnis von 27 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand. Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen.

Das komplette Gespräch mit dem Titel „Digitaler Rückenwind oder digitale Ernüchterung“ können Sie auf dem YouTube Kanal der KEB anschauen. Dazu einfach hier klicken.

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