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Brustkrebsmonat Oktober

Jede achte Frau erkrankt
Brustkrebsmonat Oktober
Brustkrebsmonat Oktober
© Annete Krumpholz

„Zum Glück ist Brustkrebs kein Tabu-Thema mehr!“ Erleichtert stellt Renate Rogler-Lotz vom Verein „Allianz gegen Brustkrebs“ fest, dass sich in den vergangen Jahrzehnten medizinisch, aber auch gesellschaftlich viel getan hat. „Insbesondere, weil Prominente wie Hollywoodstar Angelina Jolie über ihre Erkrankung berichten und massiv aufklären, tut sich was in den Köpfen!“

Die Referentin ist am 9. Oktober 2019 zum MOKKA-Frauenfrühstück in den Familientreff Hofheim gekommen, um über Früherkennung zu informieren. Damit sind die Katholische Erwachsenenbildung Main-Taunus (KEB) und die SeniorenNachbarschaftsHilfe Hofheim als Mitveranstalter genau auf der Höhe der Zeit, denn seit mehr als drei Jahrzehnten gilt der Oktober als „Brustkrebsmonat“. Auch international soll gerade jetzt das Thema in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden.

In Deutschland erhält jede achte Frau im Laufe ihres Lebens die Diagnose Brustkrebs. Damit ist diese Erkrankung die häufigste Krebsart, wenn auch nicht die gefährlichste. Beim Lungenkarzinom sind die Genesungsprognosen deutlich schlechter. Dennoch – rund 17.000 Frauen sterben jährlich bei uns an Brustkrebs.

Gesundheitsfördernd wirkt die Reduzierung von Risikofaktoren: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, mangelnde Bewegung und Übergewicht. Dass das alles unserem Körper nicht gut tut, wissen wir. Renate Rogler-Lotz weist aber auf einen überraschenden Punkt hin: „Auch wer noch so gesund lebt, den kann es erwischen. Purer Zufall kann den entscheidenden Unterschied machen.“

Hier greift dann die Früherkennung ein. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für Frauen im Alter von 50 bis 69 alle zwei Jahre eine Mammografie-Untersuchung. Gerade in dieser Altersgruppe kommt es vermehrt zu Brustkrebserkrankungen. Zusätzlich kann der Facharzt eine Ultraschall-Untersuchung durchführen.
Wichtig ist auch, dass Frauen ihre Brust regelmäßig selbst abtasten. Renate Rogler-Lotz zeigt die Vorgehensweise anschaulich an speziellen Brust-Modellen. Auch die rund 20 Teilnehmerinnen des Frauenfrühstücks üben an den lebensechten Silikonanfertigungen. Da fällt es auf, dass es in der Tat gar nicht so leicht ist, kleine Veränderungen oder Knoten zu entdecken. Übung, Regelmäßigkeit und auch ein waches Auge gehören unbedingt dazu. Sollte man tatsächlich eine Veränderung ertasten, rät die Expertin unbedingt Ruhe zu bewahren. Rund 90 Prozent aller Tastbefunde erweisen sich als gutartig.

Dennoch ist es dann wichtig, sofort einen Facharzt aufzusuchen. Betroffene Frauen sollten sich klar machen, dass es sich nicht um einen akuten Notfall handelt. Vielmehr ist es wichtig, sich umfassend und sachlich zu informieren, von den Ärzten verständliche Informationen einzufordern und mit Fachleuten eine individuell passende Therapie zu erörtern. Wenn es zur Diagnose Brustkrebs kommt, sind laut Renate Rogler-Lotz hinsichtlich einer Genesung drei Faktoren ganz wichtig: Hoffnung, Mut und Zuversicht. (ak)

© Annette Krumpholz